Das hätte sich Wels Trainer David Huber vor zwei Wochen wohl auch nicht vorstellen können, dass er auf Grund einer coronabedingt verschobenen kleinen Mandeloperation des ungarischen Teamspielers in Diensten der SPG Felbermayr Wels, Nandor Ecseki, im Ligaderby gegen die SPG Linz mit fast 50 Jahren ein Debüt feiert. Ecsekis Eingriff war an sich für den 13. Dezember kurz nach der Europacup Gruppenphase eingeplant, wurde aber wie viele andere medizinische Eingriffe kurzfristig auf Jänner verschoben. Da auch der standardmäßige Ersatz, der Ungar Gabor Böhm nicht zur Verfügung stand, gingen die Gastgeber ersatzgeschwächt in die Partie. Das Spiel selbst begann dann für die Welser wider erwarten sehr gut. Die Welser Nummer 1 Andreas Levenko siegte im Auftaktspiel gegen den jungen Chinesen Zhenlong Liu klar mit 3:0. Die zweite Partie zwischen Jiri Martinko und dem Linzer Neuzugang Taehyun Kim war dann nichts für schwache Nerven und ging über die volle Distanz von 5 Sätzen. Im Entscheidungssatz konnte Martinko drei Matchbälle des Koreaners abwehren und dann in der Verlängerung mit 15:13 das bessere Ende für sich haben. “Ich bin sehr stolz auf Jiri, der sich immer besser bei uns entwickelt”, so Wels Präsident Bernhard Humer über den jungen Tschechen. Beim Stand von 2:0 für die Welser erfolgte dann das Ligadebüt von Wels Trainer David Huber. Auch wenn dieser am Ende mit 0:3 unterlag, wusste er zu Beginn des Spiels gegen den Ungarn Juhasz mit ein paar schönen Angaben zu gefallen, doch am Ende musste er aber altersbedingt dem hohen Tempo Tribut zollen. “Vom Altersunterschied könnte ich der Vater des Ungarn sein”, so Huber schmunzelnd. Das anschließende Doppel ging dann auch an die Linzer, wobei diese zu Beginn extreme Mühe gegen die Welser Huber/Martinko hatten.

In Satz 1 hatte die Welser Paarung 2 Satzbälle und Satz 2 gewannen sie zur Überraschung aller in der Sporthalle Vogelweide sogar recht klar, jedoch gewannen die Linzer das Doppel schlussendlich planmäßig mit 3:1. Damit Gleichstand im Spiel. Im fünften Spiel lag es dann an Andreas Levenko gegen den Koreaner Taehyun Kim Wels wieder in Front zu bringen. Leider fand die Welser Nummer 1 Levenko aber in seiner zweiten Partie an diesem Nachmittag so gar nicht in die „Gänge“. Satz 1 war eine klare Sache für den Linzer. Satz 2 brachte dann leider, wenn auch durch die Unparteiischen stark mitgeprägt die Vorentscheidung. Beim Stand von 15:15 zählten die Schiris aus einem für keinen in der Halle verständlichen Grund das Service von Levenko ab und dies brachte ihn aus dem Konzept, womit der Satz mit 17:15 an Linz ging. Der dritte Satz war dann bedingt durch die Situation im Satz zuvor klar und damit führte Linz erstmals im Match. Nun lag es am Tschechen Martinko im letzten Spiel gegen Zhenlong noch das Remis für Wels zu holen. Das tat er dann auch mit Bravour und er siegte mit 3:1 in Sätzen. “Mit dem Unentschieden können wir unter dem Strich auf Grund der Umstände leben”, so Wels Trainer David Huber, den aber genauso wie Wels Präsident Humer das mangelnde Feingefühl der Unparteiischen aufregte. Es ist jetzt schon das dritte Mal in Serie, dass in einer entscheidenden Spielphase Entscheidungen krass gegen die Welser ausfallen, was diese bei der Bundesliga wieder zur Sprache bringen werden.