Zweimal im Laufe der heurigen Meisterschaft bezwangen die Welser Tischtennisherren das Team des UTTC Salzburg und zwar recht klar mit 4:0. Beim dritten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften beim Halbfinalhinspiel am Tag der Arbeit am 01. Mai erwischte aber Grunddurchgangssieger und Favorit Walter Wels in Salzburg einen rabenschwarzen Tag. Keiner der Wels-Spieler konnte nur im Ansatz sein wirkliches Können und seine Stärke abrufen und so kam es wie eigentlich kein Welser vor der Partie vermutet hätte am Ende zu einem nicht einmal unverdienten 4:1 Erfolg der Hausherren aus der Mozartstadt Salzburg. Der mitgereiste Obmann der Welser, Gerhard Demelbauer, war unmittelbar nach Spielende völlig niedergeschlagen. “Eine Niederlage zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt”, so Demelbauer. Der nicht mitgereiste Wels Präsident Bernhard Humer, der das Spiel über den Livestream mitverfolgte, war ebenfalls fassungslos, zeigte sich aber schon kurz nach einem langen Abendspaziergang, um den Kopf frei zu bekommen, wieder optimistisch und zitierte den ehemaligen Fußballer Peter Pacult, der sagte „Aufgegeben wird bekanntlich nur ein Brief”. Im Rückspiel am Montagabend, welches auf ORF Sport Plus live übertragen wird, gilt es nun für Wels nochmals alle Kräfte zu bündeln um das “Hoamspü” am 20. Mai vielleicht doch noch zu erreichen. Warum sollen die Welser nicht wie zuletzt im Februar die Gäste aus Salzburg wieder mit 4:0 nach Hause schicken, mag dies im Moment fast aussichtslos erscheinen.

Schon im ersten Spiel zwischen dem Ranglistenersten in der Bundesliga Frane Kojic und der Nummer 1 von Salzburg, dem erst 21-jährigen Japaner Koyo Kanamitsu war es der junge Salzburger der an der Platte den Ton angab und im fünften Aufeinandertreffen zwischen den beiden mit einem 3:1 seinen ersten Erfolg gegen Kojic feierte. Kanamitsu traf einfach jeden Ball perfekt, während Kojic mehr und mehr im Verlauf des Spiels mit sich haderte. Spiel zwei zwischen Andreas Levenko und Francisco Sanchi war dann für die Gäste aus Wels eine wiederum klare Sache. Levenko spielte druckvoll von der Platte weg und lies seinem Gegenüber beim sicheren 3:0 Erfolg nicht wirklich eine Chance. Wer glaubte, dass damit die Wende für den Favoriten aus der Messestadt Wels eingeleitet wurde, wurde in der Partie zwischen dem ungarischen Teamspieler Adam Szudi und dem jungen Italiener Carlo Rossi leider eines besseren belehrt. Adam Szudi erwischte einen wirklich rabenschwarzen Tag, wirkte über die gesamte Partie äußerst verunsichert und so gewann Rossi unerwartet klar mit 3:0. Auch im anschließenden Doppel mit seinem Partner Frane Kojic gegen die Paarung Kanamitsu/Rossi auf Seiten der Hausherren konnte Szudi seine Verunsicherung nicht mehr ablegen. Das Nummer 1 Doppel der Bundesliga Szudi/Kojic konnte die Heimischen zwar enorm fordern, blieb aber ebenso weit unter den selbst gesteckten Erwartungen. So ging auch das Doppel nach Kampf mit 3:1 an Salzburg. Die Gäste aus Wels standen daher schon vor der Partie zwischen Andi Levenko und Kojo Kanamitsu mit dem Rücken zur Wand. Wollten die Welser zumindest noch ein Remis für das Rückspiel in Wels mitnehmen, musste Levenko zuerst Kanamitsu bezwingen und im Anschluss Kojic Sanchi. Zu letzterer Partie kam es leider gar nicht mehr. Trotz starkem Spiel und etlichen Möglichkeiten, so verspielte Levenko in Satz 2 drei Satzbälle, war es am Ende wieder der an diesem Nachmittag bzw. frühen Abend bärenstarke Japaner der den Schlusspunkt mit einem 3:1 Einzelerfolg setzte und damit den Außenseiter aus Salzburg jubeln lies.