Der für die SPG Walter Wels spielende 22-jährige Andreas Levenko zeigte nach einer monatelangen durch Corona bedingten Pause beim Restart auf der internationalen Tischtennisbühne in Doha groß auf. Im ersten Spiel in der topbesetzten Qualifikation im Scheichtum Katar bezwang er den serbischen Altmeister Aleksander Karakasevic nach hartem Kampf am Ende aber durchaus verdient mit 3:0, wobei die Sätze 1 und 2 jeweils auf Unterschied an den für Wels spielenden gebürtigen Niederösterreicher gingen. In Spiel 2 gegen den arrivierten Engländer Paul Drinkhall stand Levenko eigentlich schon knapp vor dem Ausscheiden aus dem Turnier. Nach einem 0:2 Satzrückstand ging Satz 3 an Levenko. Damit aber an Spannung noch nicht genug holte er in Satz 4 einen 4:9 Rückstand auf und wehrte bei 8:10 2 Matchbälle gegen Drinkhall ab, um diesen Satz am Ende im Nachspiel mit 12:10 für sich zu entscheiden. Satz 5 ging an Levenko und damit überstand er mit einem 3:2 Erfolg auch die zweite große Hürde in Doha.

Von diesen beiden Erfolgen beflügelt war Spiel 3 in der Qualifikation schon eine klarere Angelegenheit für ihn. Er bezwang die aktuelle Nummer 85 der Welt, den Finnen mit ungarischen Wurzeln Benedek Olah, nach starker spielerischer Leistung sicher mit 3:1. Damit stand nur mehr der in der deutschen Bundesliga bei Ulm spielende Russe Vladimir Sidorenko einem Einzug in den Hauptraster der besten 32 Spieler im Weg. Diese letzte Hürde meisterte Andre, wie ihn seine Freunde nennen, dann in wirklich beeindruckender Art und Weise. Beim 3:0 Erfolg gegen den starken Russen mit deutscher Ligaerfahrung ließ er diesem nicht einmal den Funken einer Chance. Levenko startete mit 11:4 in Satz 1 in die Partie, gewann Satz 2 mit 11:7 und setzte mit einem 11:3 in Satz 3 ein abschließendes Ausrufezeichen. Damit erreichte er in diesem topbesetzten Turnier den Hauptbewerb der besten 32 Spieler.

Und da ging es dann in der Runde der besten 32 gleich gegen einen ganz Großen auf der internationalen TT-Bühne, die aktuelle Nummer 15 der Welt und Nummer 6 des Turniers den Engländer Liam Pitchford, genannt “die Spinne” auf Grund seiner enormen Reichweite. Gegen den Engländer spielte Levenko in seiner noch jungen Karriere auf der internationalen Turnierserie wohl sein bislang bestes Tischtennis. Er ließ sich vom Weltranglisten 15. in keinster Weise beeindrucken und startete mit einem 11:4 in Satz 1 ins Match. Satz 2 war dann schon härter umkämpft, ging aber am Ende mit 11:8 an den jungen Österreicher. Pitchford gewann zwar Satz 3 mit 11:5, Levenko blieb davon aber völlig unbeeindruckt und sicherte sich mit einem 11:7 Satz 4 und damit die Partie mit 3:1. Mit diesem Erfolg gelang ihm wahrlich Großes nämlich der Einzug in die Runde der besten 16 in diesem topbesetzten Turnier. Großen, wenn auch am Ende leider unbelohnten Einsatz zeigte Levenko dann im Achtelfinale gegen den Koreaner Cho Daeseong. Der Koreaner startete fulminant in die Partie und entschied die Sätze 1 und 2 für sich. So leicht wollte sich der junge Österreicher dann aber doch nicht geschlagen geben. Er zeigte wie schon im Spiel in der Qualifikation gegen den Engländer Drinkhall Einsatz und Leidenschaft und gewann seinerseits die Sätze 3 und 4. Somit musste die Entscheidung über den Einzug unter die Top 8 in Satz 5 fallen. Auch dieser verlief zunächst recht ausgeglichen. Am Ende lag es nur an einigen Details und vielleicht auch dem nötigen Quäntchen Glück, dass sich Levenko knapp mit 8:11 geschlagen geben musste. In Summe gesehen war es ein ganz starker Auftritt des für die SPG Walter Wels spielenden 22-jährigen Niederösterreichers, der ihm auch 35 Punkte in der Weltrangliste bescherte und damit eine wohl deutliche Rangverbesserung der WRL. “Der ganze Verein ist wahnsinnig Stolz auf die Leistung von Andreas”, so Wels Präsident Bernhard Humer.