Das Antreten der SPG Walter Wels bei der Champions-League in Düsseldorf, welche heuer coronabedingt im Turniermodus und nicht über eine ganze Saison ausgetragen wird, schlug bereits vor dem 1. Gruppenspiel hohe Wellen in den nationalen, aber auch internationalen Medien. Grund dafür war ein Corona-Fall bei der 1. Mannschaft der Welser vor Turnierbeginn, weshalb die Messestädter mit der zweiten Mannschaft nach Düsseldorf reisten. In diesem Zusammenhang feierten unsere 12-jährigen Nachwuchstalente Julian Rzihauschek und Petr Hodina ihr unerwartetes Debüt in der europäischen Königsklasse des Tischtennissports. Doch dabei blieb es nicht, denn Julian Rzihauschek gewann sensationell sein Champions-League Spiel gegen Antoine Doyen von Roskilde Bordtennis BTK61 mit 3:2!!! Er ist damit nicht nur der jüngste Spieler in der Champions-League Geschichte, sondern auch der jüngste Spieler, der ein Spiel in der Königsklasse gewinnen konnte! Die Ergebnisse findet man hier.

Furchtlos und voller Tatendrang setzten sich die beiden Nachwuchsspieler gemeinsam mit dem Ungarn Gabor Böhm für unsere Profis ein, damit die Oberösterreicher im weiteren Saisonverlauf auf der internationalen Bühne, genauer gesagt dem Europe-Cup (Pendant zur Europa-League im Fußball), überwintern können. Apropos Gabor Böhm: Der junge Ungar wird am kommenden Wochenende wieder wie gewohnt in der 2. Bundesliga für Wels an die Platte gehen. Das bedeutet für ihn geht es von der Tischtennis Champions-League mit enormer medialer Aufmerksamkeit und Tausenden von Zuseherinnen und Zusehern im Livestream in die 2. Bundesliga, wo er vor leeren Hallen und Kameras wieder auf Punktejagd für die Welser gehen kann. Oder anders gesagt führt ihn die Reise von Düsseldorf direkt nach Sierndorf.

Rein sportlich betrachtet musste sich die SPG Walter Wels sowohl beim 1. als auch beim 2. Gruppenspiel jeweils mit 0:3 geschlagen geben. Der Auftakt erfolgte gegen den 1. FC Saarbrücken TT und hier konnte insbesondere Julian Rzihauschek ein großes Ausrufzeichen setzen, machte er immerhin zwölf Punkte beim 0:3 gegen Deutschlands Team-Ass Patrick Franziska. Dabei schenkten sich die beiden Akteure nichts und machten mit spektakulären Ballwechseln auf sich aufmerksam. Julian konnte bei diesem Aufeinandertreffen sein Talent und Können eindeutig unter Beweis stellen und auch sein großes Vorbild, Patrick Franziska, zeigte sich von seiner besten Seite, als er sich bei den Welser Burschen sowohl beim Mittagessen, als auch nach dem Spiel erkundigte, wie es ihnen gehe.

Auch das 2. Gruppenspiel gegen AS Pontoise Cergy TT ging klar mit 0:3 aus Sicht der Welser verloren, doch erneut gewann unsere Mannschaft viele Sympathien und vor allem viele junge Nachwuchstalente aus Düsseldorf wollten ein Foto mit unserer Mannschaft machen. Etwas skurril war der Fakt, dass die Franzosen gegen uns mit ihrer besten Mannschaft angetreten sind und am Vortag gegen das Team aus Roskilde ihren Superstar Adrien Mattenet nicht einsetzten, obwohl dieses Spiel das direkte Duell um den Aufstieg in das Viertelfinale bedeutete und sich die Franzosen schlussendlich dem dänischen Vertreter geschlagen geben mussten.

Am 3. Adventsonntag folgte dann das letzte Gruppenspiel gegen Roskilde Bordtennis BTK61 und dieser Abend sollte ein ganz besonderer für die Welser werden. Zunächst musste sich Petr Hodina dem routinierten Schweden auf Seiten der Dänen Jens Lundqvist mit 0:3 geschlagen geben. Doch danach folgte der große Auftritt von Julian Rzihauschek. Dieser traf auf den Franzosen Antoine Doyen und lag bereits mit 0:2 in Sätzen zurück. Jedoch zweifelte er nie an sich selbst und auch unser Betreuer Helmut Giglmayer fand stets die richtigen Worte für ihn und in der Tat konnte er das Spiel noch zu seinen Gunsten drehen und einen atemberaubenden Sieg für den Verein und die Stadt Wels holen. Anschließend spielte Gabor Böhm gegen den ehemaligen Europameister Michael Maze und auch Gabor konnte hier mit einem Satzgewinn auf sich aufmerksam machen und mit seiner Leistung durchaus zufrieden sein. Julian Rzihauschek verlor im darauffolgenden Spiel gegen Jens Lundqvist mit 0:3 und somit gewann Roskilde die Partie mit einem Gesamtergebnis von 3:1. Doch der großartige Erfolg von Julian stellte das Ergebnis in den Schatten und es überwog eindeutig die Freude und der Stolz zu dieser imposanten Performance!

Besonders hervorheben und große Anerkennung möchten wir in diesem Zusammenhang unserem sportlichen Leiter, Helmut Giglmayer, schenken. Dieser fungierte die ganze Woche nicht nur als Betreuer unserer jungen Mannschaft, sondern chauffierte die Burschen nach Düsseldorf und wieder nach Hause, delegierte unser Team, lief von Interview zu Interview und kümmerte sich um jeglichen organisatorischen Aufwand. Des Weiteren nahm er eine äußerst wesentliche Rolle als „väterliche Bezugsperson“ zu unseren Nachwuchsspielern ein und auch diese konnten Helmut Giglmayer für sein Engagement und seinen Einsatz für den Verein nur in den höchsten Tönen loben. Dabei konnte er die „Bubble“, in welcher das Turnier stattfindet, kein einziges Mal verlassen und etwas Ruhe finden.

Summa summarum war die Champions League 2020/21 für die SPG Walter Wels sportlich gesehen eher nicht zufriedenstellend, natürlich auch aufgrund des Ausfalles der kompletten 1. Mannschaft. Ausgenommen bleibt hier jedoch der gewaltige Erfolg von Julian Rzihauschek, welcher zweifellos in die Geschichtsbücher eingehen wird. Erfreulich ist jedoch, dass die Welser trotz dem letzten Gruppenplatz nächstes Jahr international im Europe-Cup weiterspielen dürfen und unser Team hier noch ein gehöriges Wörtchen mitreden und an das Halbfinale aus der letzten Saison anknüpfen möchte. Und auch der Verein selbst konnte als „Sieger der Herzen“ aus Düsseldorf abreisen, indem man viele neue Fans, vorrangig Kinder und Jugendliche, gewinnen konnte und auch die internationale Presse den großartigen Einsatz unserer Burschen würdigte. Die größten Profiteure an diesem Wochenende sind natürlich unsere tapferen Spieler, welche großen Kampfgeist und Mut bewiesen haben und vielleicht werden sie ja im Europe-Cup auch noch das ein oder andere Mal auf der Bank der Welser Platz nehmen.