Am Sonntag, den 30. April 2017 wurde in der Sporthalle Wels Vogelweide durch die Spieler der SPG Walter Wels um 19:12 Uhr Tischtennisgeschichte geschrieben. Die Heimischen die im bisherigen Verlauf der Meisterschaft nach 17 Spielen bei 17 Siegen lagen, konnten mit einem Sieg oder sogar einem Unentschieden gegen den aktuell Tabellenzweiten im Grunddurchgang die SG  Stockerau den ewigen Ligarekord im heimischen Tischtennis in die Messestadt Wels holen. Bis zu diesem denkwürdigen Sonntagabend hatte nämlich die Mannschaft der Turnerschaft Innsbruck diesen inne. Die Tiroler konnten in der Spielzeit 2003/4 bis auf eine Niederlage alle übrigen 25 Spiele gewinnen. Mit dem letztlich recht deutlichen 4:0 Erfolg gegen Stockerau gingen die Heimischen damit mit 18 Siegen bei 18 Spielen wohl in die Geschichtsbücher des heimischen Tischtennis ein. „Es war letztlich die gemeinsame Leidenschaft aller im Verein, der Spieler, der Betreuer aber auch aller Funktionäre diese einmalige Chance zu nutzen“, so Wels Boss Bernhard Humer, der naturgemäß  über beide Ohren strahlte. „Für uns alle war das Wissen und der Druck vor diesem letzten Spiel gegen einen sehr starken Gegner ein sehr großer, dem wir aber standgehalten haben“, so Wels Sportleiter Rudi Bräuml.

Zum Spiel ist aus Sicht der Heimischen zu sagen, dass abseits der grünen Platte vor dem Spielbeginn eine Schweigeminute für den vor wenigen Tagen bei einem Verkehrsunfall in Rumänien tragisch ums Leben gekommenen Vater von Mihai Bobocica erfolgte. Den Anfang in der Partie machten dann gleich Mihai Bobocica, der aktuelle italienische Landesmeister im Dress der SPG Walter Wels gegen den Altmeister und nach wie vor Weltklasseverteidiger Chen Weixing für die SG Stockerau. Zu Beginn hatte Bobocica große Schwierigkeiten mit den giftigen Verteidigungsbällen des Routiniers und musste Satz 1 abgeben. Im weiteren Spielverlauf konnte sich Bobocica allerdings klar steigern, agierte höchst druckvoll und konzentriert und setzte sich letztlich verdient mit 3:1 durch. Die Leistung von Bobocica ist auch deshalb besonders hoch einzustufen, da er Chen Weixing erst die zweite Niederlage im bisherigen Saisonverlauf zufügte. Walter Wels hatte damit den ersten wichtigen Schritt zum 18. Erfolg gesetzt.

Im zweiten Einzel trafen dann zwei Linkshänder aufeinander. Für Wels ging Zsolt Petö an die Platte und für die SG Stockerau Jungnationalteamspieler David Serdaroglu. Petö begann famos und gewann den ersten Satz glatt mit 11:5. Serdaroglu konnte allerdings zurückschlagen und gewann Satz 2. Im dritten Satz war Petö in den entscheidenden Phasen der Glücklichere und gewann diesen im Nachspiel mit 12:10. Der vierte Satz wog dann hin und her. Zu Beginn hatte der junge Stockerauer Vorteile am Ende behielt aber wieder Petö die Oberhand und brachte damit Walter Wels mit 2:0 in Führung.

Vizestaatsmeister Dominique Plattner hatte es nun bereits im dritten Einzel in der Hand den Sieg im Grunddurchgang für die Heimischen zu fixieren. Plattner spielte gegen den ungarischen Teamspieler im Dress der Niederösterreicher Janos Jakab befreit und entfesselt auf. Jakab der zugegebenermaßen auch nicht seinen besten Tag erwischte, war chancenlos und unterlag klar mit 0:3. Damit war der Sieg im Grunddurchgang und der ewige Ligarekord den Messestädtern nicht mehr zu nehmen. Nun wollten die Welser aber auch den Sieg in dieser Partie ins Trockene bringen.

Das Doppel wurde dann aus Sicht der Gäste zum Spiegelbild des für sie verkorksten Nachmittags. Jakab/Serdaroglu führten gegen das beste Doppel der Liga Petö/Plattner bereits mit 2:0 in Sätzen, mussten sich aber am Ende mit 3:2 geschlagen geben. Der Jubel unter Spielern und Fans in der Sporthalle Vogelweide war dann naturgemäß riesengroß.

In drei Wochen treffen beide Teams aber im Zuge des Finalturniers in Baden am Samstag den 20. Mai schon wieder aufeinander, wobei man gespannt sein kann welche Lehren die Niederösterreicher aus der Niederlage ziehen werden. Walter Wels hat neben den schon beim nunmehrigen Sieg sehr erfolgreichen Spielern, mit dem starken Chinesen Jianjun Wang noch ein Ass im Talon. Die Aufstellung wird daher ein Pokerspiel von beiden Seiten, mit dem hoffentlich glücklicheren Ende für die Waltermannen.